23.06.–
23.07.28
Agnes Bernauer
Festspiele 2028
Herzogsschloss
Straubing
Eine Festspielinszenierung
unter der Regie von
Johannes Reitmeier
Die Geschichte einer großen Liebe
Der Text für Aufführungen des Jahres 2028 beruht auf der erfolgreichen Neufassung des Jahres 1995 aus der Feder von Johannes Reitmeier und Thomas Stammberger und Reitmeiers späterem Festspieltext von 2008. Beide Skripte ersetzten damals das lange gespielte, mehrfach überarbeitete und letztlich überholte Stück von Eugen Hubrich.
Ziel war es damals, einen anderen Blick auf die Geschichte der Agnes Bernauer und ihren Aufstieg zur Frau des bayerischen Herzogs Albrecht zu werfen. Ein besonderes Augenmerk lag dabei auf einer möglichst abwechslungsreichen, anschaulichen, lebensprallen und dennoch anspruchsvollen Darstellung der Geschehnisse in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Wichtig war dabei eine neue Sichtweise auf die Titelfigur, die als eine selbstbewusstere Frau, weniger als passives Opfer gezeichnet wird – der Historie verpflichtet, ohne in Modernismen zu verfallen. Außerordentliche Bedeutung kommt dabei auch der Stimme des „gemeinen“ Volkes zu, die als Bürger und Bedienstete die Vorgänge am Straubinger und Münchner Hof, teils ungeschönt und pointiert, mitunter humorvoll derb, teils ehrfürchtig und ängstlich kommentiert.
Diese Szenen, die exakt die Hälfte des Textes einnehmen, sind bewusst in gereimtem niederbayerischem Dialekt gehalten, während die höfischen Szenen im Umfeld des Adels strenger, klassischer und in schriftdeutscher Hochsprache verfasst sind. Dadurch ergibt sich ein reizvoller Kontrast, der entscheidend zur Lebendigkeit des Abends beiträgt. Für das große Ensemble ergibt sich dadurch eine Fülle dankbarer schauspielerischer Aufgaben.
Auf Basis beider Textausgaben erstellt Johannes Reitmeier eine neue Spielvorlage, die auch die neueren Erkenntnisse der Geschichtsschreibung miteinfließen lassen will.
„Das Schicksal der Agnes Bernauer zählt für mich zu den faszinierendsten (Liebes-)Geschichten des Mittelalters, wenn nicht überhaupt der Vergangenheit“, so der Autor. „Deshalb ist dieses dramatische Geschehen für uns so präsent, so gegenwärtig und auch so spannend geblieben. Wir können mitfühlen mit dieser tapferen, unbeirrten Frau – das ist das Schönste, was einem Zuschauer im Theater passieren kann. Ich freue mich sehr darauf, Agnes wieder zu begegnen.“
Johannes Reitmeier
Regisseur
© privat
Johannes Reitmeier blickt als Theatermacher auf eine jahrzehntelange Erfahrung zurück. Im damals noch niederbayerischen Kötzting geboren, studierte er in München Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Bayrische Literaturgeschichte. Es folgten ein Volontariat an der Bayerischen Staatsoper und ein Lehrauftrag für Operndarstellung an der Hochschule für Musik in München. Nach Jahren als freiberuflicher Regisseur übernahm er 1996 als jüngster Intendant Deutschlands die Leitung des Südostbayerischen Städtetheaters (heute Landestheater Niederbayern). In der Folge kamen weitere Intendanzen am Pfalztheater Kaiserslautern (ab 2002), bei den Kreuzgangspielen in Feuchtwangen und zuletzt am Tiroler Landestheater in Innsbruck (ab 2012) dazu. Seit 2023 arbeitet Reitmeier wieder unabhängig als Regisseur und Autor.
In der Vergangenheit inszenierte er an zahlreichen Bühnen, darunter auch das Bayerische Staatsschauspiel, die Opéra Nationale in Toulouse oder das Weiwujing National Center of Arts in Taiwan.
Dazu kommen regelmäßige Engagements in seiner bayerischen Heimat. Johannes Reitmeier war regieführender Gast bei der Landshuter Fürstenhochzeit, den Agnes Bernauer Festspielen in Straubing, beim Amberger Welttheater und der Tirschenreuther Passion. In allen Fällen war er auch als Autor tätig. Gemeinsam mit Thomas Stammberger begründete er die Reihe „Klassiker auf Bayerisch“ bei den Waldfestspielen in Bad Kötzting und arbeitet seit mehr als vierzig Jahren mit dem Lichtenegger Bund in Rimbach zusammen. Bei den dortigen Burgfestspielen sorgte zuletzt sein Stück über den Waldpropheten Mühlhiasl für Aufsehen.
Reitmeier erhielt für seine Arbeit zahlreiche Kulturpreise und Auszeichnungen, darunter zweimal den Österreichischen Musiktheaterpreis für beste Regie und beste Gesamtaufführung, den Großen Tiroler Adlerorden und den Ehrenring der Stadt Innsbruck. Er ist auch Träger der Bürgermedaille seiner Heimatstadt.
Gemeinsam mit Thomas Stammberger verfasste er bereits 1995 eine neue Textfassung für die Agnes Bernauer Festspiele, der im Jahr 2008 eine weitere als alleiniger Autor folgte. Im Jahr 2028 wird Reitmeier erneut in Straubing als Regisseur im Einsatz sein.
2028
- Fr 23.06.
- Sa 24.06.
- Mi 28.06.
- Fr 30.06.
- Sa 01.07.
- So 02.07.
- Mi 05.07.
- Fr 07.07.
- Sa 08.07.
- So 09.07.
- Mi 12.07.
- Fr 14.07.
- Sa 15.07.
- So 16.07.
- Di 18.07.
- Mi 19.07.
- Fr 21.07.
- Sa 22.07.
- So 23.07.
Ersatztermine für Vorstellungen, die wegen schlechten Wetters ausfallen müssen, werden in der KW30 angeboten und vor Ort bzw. über okticket.de bekanntgegeben.
Ort:
Im Hof des Straubinger Herzogsschlosses (Schlossplatz 2b, 94315 Straubing)
Beginn:
20.30 Uhr
Ende:
ca. 23.00 Uhr
Mitwirken bei den Festspielen 2028
Für die Agnes Bernauer Festspiele 2028 suchen wir Mitwirkende, die sich auf und/oder hinter der Bühne engagieren möchten.
Jetzt den Bewerbungsbogen online vollständig ausfüllen und dabei sein! Bewerbungsschluss ist der 31.12.2026.
